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Chemische Sinne, Geruch und Geschmack

Geruch und Geschmack sind chemische Sinne, welche Reizstoffe aufnehmen. Die Riechwahrnehmung, auch Geruchssinn, olfaktorischer Sinn oder olfaktorische Wahrnehmung, bezeichnet die Wahrnehmung von Gerüchen. Daran sind zwei sensorische Systeme beteiligt: das olfaktorische und das nasal-trigeminale System. Geruch und Geschmack interagieren und beeinflussen sich gegenseitig. Der Geruchssinn ist der komplexeste chemische Sinn. Als Sinnesorgane wirken das Riechepithel im oberen Nasengang und die Geschmacksknospen auf Zungenrand und Zungengrund. Von ihnen ziehen der Riechnerv im Bulbus olfactorius sowie Geschmacksfasern der Nn. facialis (VII), glossopharyngeus (IX) und vagus (X) zum Zentralnervensystem.



Riechschleimhaut und Riechhirn
sowie
Riechzellen

Als Geruchsreize transportiert die Atemluft gasförmige Stoffe zum Riechepithel, was durch "Schnüffeln" vertärkt wird. Sie verändern sich im Nasenschleim in Lösung und besetzen die Membran von Kolben und Zilien der Riechzellen. Das erzeugt Generator- und Aktionspotenziale. Die Erregung läuft in das Riechhirn, zum limbischen System und in Reflexzentren. Der Olfaktorische Cortex, auch Rhinencephalon (Riechhirn), beinhaltet die Strukturen des Großhirns, die zur Wahrnehmung und zentralen Verarbeitung von Gerüchen dienen. Er ist völlig anders aufgebaut als die übrigen rezeptiven Felder. Die Großhirnrinde ist hier strangartig nach vorn ausgezogen und bildet den Bulbus olfactorius (Riechkolben) und den Pedunculus olfactorius.

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Inhaltsverzeichnis
Sachwortverzeichnis
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Limbisches System



Zunge mit Bereichen der
Geschmacksqualität sowie Reizleitung
durch Geschmacksnerven

Grafiken:
© Frank Geisler

Diese beiden haben beim Menschen durch erhebliche Reduktion der Zellzahl ihren corticalen Charakter weitgehend verloren. Aufgrund der langgezogenen Form wurde der Olfaktorische Cortex von den alten Anatomen als Nerv fehlinterpretiert.
Die Geruchsqualitäten von 6 Stoffgruppen sind einzelnen Zellenn zugeordnet. Die Geruchsstärke ist abstufbar und lässt bei gleichem Reiz motivationale Wertung zwischen Duft und Gestank zu. Neben der Wahrnehmung setzen die Reize lebenswichtige Nahrungsreflexe in Gang.

Als Geschmacksreize wirken feste oder flüssige Stoffe. Diese gelangen im Speichel gelöst in die Poren der Geschmacksknospen. An der Membran der Mikrozotten der Schmeckzellen erzeugen sie Generatorpotenziale, die anliegende Nervenfasern in Erregung umsetzen. Die Erregung gelangt über den Hirnstamm zur sensorischen Hirnrinde.
Als Geschmacksqualitäten werden süß, sauer, salzig und bitter aufgenommen. Sie gehören zu 4 Stoffgruppen und sind einzelnen Zellen zugeordnet. Diese verteilen sich von der Zungenspitze zu ihrem Grund und leiten nacheinander auf die Nerven VII, IX und X.
Die Geschmackstärke ist abgestuft und erlaubt Erkennen der Reizqualität erst bei stärkerem Reiz als das Wahrnehmen einer Reizung. Die Reize bewirken Schmecken mit affektiver Wertung für schlechten und guten Geschmack und steuern lebenswichtige Verdauungsreflexe.

Geruch und Geschmack zeigen starke Adaptation, das heißt, Reize werden wenige Sekunden nach Beginn schon unwirksam.

Bei der Riechstörung, Geruchsstörung (Dysosmie) handelt es sich um einen zusammenfassenden Oberbegriff für verschiedene Arten von Störungen des Geruchssinns:
Anosmie, der vollständige Verlust der Geruchswahrnehmung;
Hyposmie, eine verringerte Geruchswahrnehmung;
Hyperosmie, eine Überempfindlichkeit gegenüber Geruchsreizen;
Parosmie, eine veränderte Wahrnehmung von Gerüchen;
Phantosmie, eine Wahrnehmung nicht vorhandener Gerüche.

Die Geschmacksstörung ist der Oberbegriff für verschiedene Störungen der gustatorischen Wahrnehmung:
Ageusie, der völlige Verlust der Geschmacksempfindung;
Dysgeusie, Störung der Geschmacksempfindung;
Hypogeusie, eine eingeschränkte Geschmacksempfindung;
Hypergeusie, eine Überempfindlichkeit gegenüber Geschmacksreizen;
Parageusie, die veränderte Wahrnehmung von Geschmacksreizen;
Phantogeusie, die Wahrnehmung von gar nicht vorhandenen Geschmacksreizen.

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Geschmacksknospe



Geschmackszellen

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