
Schema des vegetativen Nervensystems,
links: sympathisches VNS,
rechts: parasympathisches VNS
Grafiken:
© Frank Geisler
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Als zentrale Stationen des VNS befinden sich Regelzentren, z.B. für Herz und Kreislauf, im Hirnstamm sowie im Hypothalamus und in der Hirnrinde. Im Rückenmark wirken Schaltneurone des Seitenhorns für das VNS.
Das periphere VNS ist im Bau und Funktionsweise zweigeteilt:
Im sympathischen VNS gehen Nerven von segmentalen Ganglien des Grenzstranges aus. Diese schalten von prä- auf postganglionäre Fasern. Sie lösen über Transmitter (Noradrenalin) periphere Wirkungen im Zielorgan aus. Die Augen, Tränen- und Speicheldrüsen werden von den Halsganglien versorgt. Die Wirkungen fördern Leistung, ihre Reaktion heißt deshalb ergotrop.
Das parasympathische VNS versorgt mit Hirnnerven die Augen, Tränen- und Speicheldrüsen. Der N. vagus zieht vom Vaguskern zu den Organen bis zum Dickdarm. Der N. pelvicus aus dem Sakralmark erreicht die Beckenorgane. Transmitter ist Azetylcholin. Die Wirkung heißt trophotrop. Sie fördert Erholung und Aufbau von Reserven.
Die Arbeitsweise des VNS ist reflektorisch. Umschaltungen geschehen im Seitenhorn und peripher in den viszeralen Ganglien. Die Afferenten im VNS benutzen spinal die selben Bahnen wie die Somatosensorik. Daher entstehen Hautsensationen bei Reizungen innerer Organe, z.B. von Zwerchfell, Herz, Ösophagus, Magen, Gallenblase, Dünn- und Dickdarm, Blase und Niere, in den Headschen Zonen. Diese Wege erlauben auch umgekehrt eine Einwirkung auf innere Organe durch therapeutische Einflüsse in diesen Hautbereichen.
Da auch viszerosensible Empfindungen über die Spinalnerven übertragen werden, diese aufgrund fehlender Erfahrungen der zuständigen Region der Großhirnrinde aber nicht einem genauen Ort zugeordnet werden können, werden diese Schmerzen vom Großhirn (fälschlicherweise) entsprechenden sensiblen Hautgebieten, meist dem des gleichen Spinalnerven, zugeordnet, so beispielsweise Schulterschmerzen bei Oberbauchperitonitis. Bei Erkrankungen innerer Organe kann sich so eine Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen in einem bestimmten Hautareal, der Headschen Zone einstellen. Es können auch übertragene Schmerzen in der Muskulatur (Myotom) des entsprechenden Segments auftreten. Ein Beispiel dafür sind Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.
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