Diese Ansammlung spezifischer Muskelbündel geht über in in das dünne His-Bnüdel am Boden des rechten Vorhofs. Ihm folgen die Kammerschenkel, die beiderseits an der Kammerscheidewand unter dem Endokard herzspitzenwärts ziehen und sich hauptsächlich in den Papillarmuskeln aufzweigen. Die Eigenfrequenz des Atrioventrikularknotens beträgt etwa 40/min.. Selbstverständlich wird die Erregungsbildung vom unwillkürlichen Nervensystem mit beeinflusst.
Die Kontraktion des Myokards wird als Systole bezeichnet. Darauf folgt die Erschlaffungsphase, welche man Diastole nennt. Beide Herzhälften arbeiten hierbei synchron. Durch die Erregungsbildung im Sinusknoten kontrahieren sich die Vorhöfe. Während dieses Vorgangs läuft die Erregung über die Arbeitsmuskulatur zum Atrioventrikularknoten und wird zum Hiss-Bündel geleitet. So setzt durch diese Überleitung die Kammersystole mit einer Verzögerung ein. Dies bedeutet, dass das Blut aus den kontrahierten Vorhöfen in die erschlafften Kammern strömt, wobei die Segelklappen ventrikelwärts gedrückt werden und somit die Einströmungsbahn frei ist. In der nachfolgenden Kontraktionsphase entfalten sich die Segelklappen und legen sich so aneinander, dass die Verbindnung zu den Vorhöfen verschlossen wird. Das Blut drängt zur Ausströmungsbahn und gelangt durch die sich öffnenden Taschenklappen in die Aorta und in den Truncus pulmonalis. In der Diastole erfolgt das Verschließen der Taschenklappe, weil das zurückströmende Blut die Taschen auffüllt und so stark entfaltet, dass die Klappenränder die Ausströmungsbahn abdichten.
Im Normalfall (etwa 82 Prozent) versorgen 2 gleichstarke Arterien das Herz. Die linke Arterie übernimmt den linken Ventrikel, Teile der Kammerscheidewand vorn und den linken Vorhof; die rechte Arterie ist zuständig für die rechte Kammer, den Vorhof und Septumanteile dorsal. Überwiegt ein Gefäß, so ändern sich die Gebiete zugunsten des stärkeren, so dass man vom Links- oder Rechtstyp spricht.
Aus diesen Verhältnissen resultiert, dass beim Vorderwandinfarkt mehr die linke, aber auch die rechte Arterie, beim Hinterwandinfarkt häufig die rechte Arterie ursächlich in Frage kommt.
Der Herzinfarkt (Herzanfall, Myokardinfarkt) ist eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung des Herzens. Eine in der Humanmedizin gebräuchliche Abkürzung ist AMI (acute myocardial infarction). Es handelt sich um Absterben oder Gewebsuntergang (Infarkt) von Teilen des Herzmuskels (Myokard) auf Grund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die in der Regel länger als 20 Minuten besteht.
Leitsymptom des Herzinfarktes ist ein plötzlich auftretender, mehr als 20 Minuten anhaltender und meist starker Schmerz im Brustbereich, der in die Schultern, Arme, Unterkiefer und Oberbauch ausstrahlen kann. Er wird oft von Schweißausbrüchen, Übelkeit und evtl. Erbrechen begleitet. Bei etwa 25 Prozent aller Herzinfarkte treten nur geringe oder keine Beschwerden auf. Im Gegensatz zum Angina-Pectoris-Anfall kommt es beim Herzinfarkt immer zum kompletten Gewebsuntergang eines Teils des Herzmuskels, in den meisten Fällen durch Blutgerinnsel in einer arteriosklerotisch veränderten Engstelle eines Herzkranzgefäßes. In der Akutphase eines Herzinfarktes treten häufig gefährliche Herzrhythmusstörungen auf. Auch kleinere Infarkte führen nicht selten über Kammerflimmern zum Sekundenherztod.